Stromfresser finden: So misst du den Verbrauch deiner Geräte

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Welche Geräte verbrauchen im Haushalt viel Strom? Das lässt sich mit einem Strommessgerät überprüfen. Hier erfährst du, wie du den Verbrauch misst, die Kosten berechnest und mögliche Einsparpotenziale erkennst.

Was ist ein Strommessgerät?

Ein Strommessgerät wird zwischen Steckdose und Elektrogerät gesteckt. Es zeigt je nach Modell die aktuelle Leistungsaufnahme in Watt und den über einen Zeitraum gemessenen Energieverbrauch in Kilowattstunden (kWh). Wenn du deinen Strompreis hinterlegst, können viele Modelle auch die Kosten berechnen.

Watt (W) zeigt, wie viel Leistung ein Gerät gerade aufnimmt. Kilowattstunden (kWh) geben an, wie viel Energie es über die Zeit verbraucht. Für die verbrauchsabhängigen Kosten auf deiner Stromrechnung ist der Wert in kWh entscheidend.

Welche Geräte kannst du damit prüfen?

Geeignet sind Elektrogeräte mit einem zum Messgerät passenden Steckdosenanschluss. Beachte immer die maximal zulässige Belastung und die Herstellerhinweise.


  • Fernseher und Unterhaltungselektronik:
    Untersuche den Verbrauch während der Nutzung und im Standby.

  • Computer und Zubehör:
    Vergleiche verschiedene Betriebszustände, beispielsweise Arbeiten,
    Spielen und Ruhezustand.

  • Kühl- und Gefriergeräte:
    Miss über mehrere Tage, da sich die Kühlung regelmäßig ein- und
    ausschaltet.

  • Wasch- und Spülmaschinen:
    Miss jeweils ein vollständiges Programm und notiere Programmwahl
    und Beladung.

Fest angeschlossene Geräte wie viele Elektroherde lassen sich mit einem gewöhnlichen Steckdosenmessgerät nicht prüfen. Veränderungen an festen elektrischen Anschlüssen gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.

Stromverbrauch messen: Schritt für Schritt


  1. Eignung prüfen:
    Lies die Bedienungsanleitung. Prüfe insbesondere, ob Anschluss,
    Leistung und Einsatzort für das Messgerät geeignet sind.

  2. Messgerät anschließen:
    Stecke das Strommessgerät entsprechend der Anleitung in die
    Steckdose und schließe das zu prüfende Gerät daran an.

  3. Messung vorbereiten:
    Setze alte Messwerte zurück. Trage deinen Strompreis ein,
    falls das Modell diese Funktion bietet.

  4. Im Alltag messen:
    Nutze das Elektrogerät wie gewohnt. Miss bei Wasch- und
    Spülmaschinen ein vollständiges Programm und bei Kühlschränken
    mehrere Tage.

  5. Ergebnisse notieren:
    Halte den Verbrauch in kWh, die Messdauer und die
    Nutzungsbedingungen fest.

  6. Vergleichen:
    Wiederhole die Messung nach einer Änderung möglichst unter
    vergleichbaren Bedingungen.

Tipp: Eine einzelne Watt-Anzeige ist eine Momentaufnahme. Für eine Kostenschätzung ist der über einen passenden Zeitraum gemessene Verbrauch meist hilfreicher.

Stromkosten berechnen

Mit dieser Formel berechnest du die Verbrauchskosten:

Verbrauch in kWh × Strompreis in Euro pro kWh = Stromkosten in Euro

Beispiel: Verbrauch über sieben Tage

Angenommen, du misst innerhalb von sieben Tagen einen Verbrauch von 3,5 kWh. Dein Arbeitspreis beträgt 0,35 Euro pro kWh.


  • Kosten für sieben Tage:
    3,5 × 0,35 € = 1,23 €

  • Hochgerechneter Jahresverbrauch:
    3,5 ÷ 7 × 365 = 182,5 kWh

  • Geschätzte Jahreskosten:
    182,5 × 0,35 € = 63,88 €

Die Ergebnisse sind gerundet. Die Jahreswerte setzen voraus, dass die gemessene Woche für die Nutzung über das Jahr repräsentativ ist. Jahreszeit, Einstellungen und Nutzungsgewohnheiten können das Ergebnis verändern.

Verwende deinen tatsächlichen Arbeitspreis aus dem Stromtarif. Falls er in Cent angegeben ist, teile ihn durch 100: 35 Cent entsprechen 0,35 Euro. Der feste Grundpreis ist in dieser Rechnung nicht enthalten.

Beispiel: Kosten eines Waschprogramms

Verbraucht ein vollständig gemessenes Waschprogramm beispielsweise 0,8 kWh, kostet der Strom bei einem Arbeitspreis von 0,35 Euro pro kWh:

0,8 × 0,35 € = 0,28 € pro Waschgang

Das Beispiel berücksichtigt nur den Strom. Wasser, Waschmittel und weitere Kosten kommen hinzu.

Worauf solltest du beim Kauf achten?

Entscheidend ist, ob das Messgerät zu deinem Einsatzzweck passt. Prüfe dafür die technischen Angaben und die Bedienungsanleitung.


  • Messung kleiner Leistungen:
    Wenn du Standby-Verbrauch untersuchen möchtest, achte auf die
    angegebene Messgenauigkeit und den unteren Messbereich.

  • Anzeige des Energieverbrauchs:
    Für längere Messungen sollte das Gerät den Verbrauch in kWh
    erfassen und die Messdauer nachvollziehbar machen.

  • Zulässige Belastung:
    Die Grenzwerte für Stromstärke und Leistung müssen zum
    angeschlossenen Elektrogerät passen.

  • Gut lesbares Display:
    Prüfe, ob du die Anzeige am vorgesehenen Einsatzort ablesen kannst.

  • Speicherung der Messwerte:
    Sieh nach, ob die Ergebnisse beim Ausstecken erhalten bleiben,
    falls dir diese Funktion wichtig ist.

  • Einfache Bedienung:
    Zurücksetzen, Messdauer und Einheiten sollten verständlich
    erklärt sein.

  • Kostenanzeige:
    Eine Eingabemöglichkeit für deinen Strompreis ist praktisch.
    Du kannst die Kosten aber auch selbst berechnen.

Zusätzliche Funktionen wie eine App sind nur dann sinnvoll, wenn du sie tatsächlich nutzt. Für einfache Verbrauchsmessungen kann ein Modell mit Display ausreichen.

Wann lohnt sich ein Strommessgerät?

Ein Strommessgerät kann helfen, den Verbrauch zu verstehen und Maßnahmen gezielt zu prüfen. Die Messung allein spart jedoch keinen Strom. Eine Ersparnis entsteht erst, wenn du den Verbrauch anschließend tatsächlich reduzierst.

Anschaffungskosten mit der Ersparnis vergleichen

Angenommen, das Messgerät kostet 20 Euro und du findest eine Möglichkeit, dauerhaft 40 kWh im Jahr einzusparen. Bei 0,35 Euro pro kWh wären das:

40 × 0,35 € = 14 € Ersparnis pro Jahr

Die Anschaffungskosten wären unter diesen Annahmen nach ungefähr 1,4 Jahren ausgeglichen. Das ist ein Rechenbeispiel, keine zugesicherte Ersparnis. Zusätzliche Ausgaben für die Sparmaßnahme müssten ebenfalls berücksichtigt werden.

Vor dem Kauf nach einer Leihmöglichkeit suchen

Wenn du nur wenige Geräte prüfen möchtest, erkundige dich bei deiner örtlichen Bibliothek, Verbraucherberatung oder deinem Energieversorger, ob du ein Messgerät ausleihen kannst. Ob ein solches Angebot vorhanden ist, hängt von deinem Wohnort und dem jeweiligen Anbieter ab.

Ein altes Elektrogerät nicht vorschnell ersetzen

Ein hoher Stromverbrauch bedeutet nicht automatisch, dass sich ein Neukauf finanziell lohnt. Vergleiche die Anschaffungskosten mit der erwarteten jährlichen Ersparnis. Berücksichtige dabei auch, wie lange du das vorhandene Gerät voraussichtlich noch nutzen kannst.

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Fazit: Erst messen, dann gezielt handeln

Mit einem passenden Strommessgerät kannst du den Verbrauch einzelner Elektrogeräte nachvollziehen. Miss über einen sinnvollen Zeitraum, rechne mit deinem tatsächlichen Strompreis und vergleiche mögliche Einsparungen mit den dafür notwendigen Ausgaben.

Beginne mit den Geräten, deren Verbrauch du besser verstehen möchtest. So kannst du deine Entscheidungen auf Messwerte statt auf Vermutungen stützen.

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